Das Konzept des Landsberger Eltern-ABC

Das Konzept der Landsberger Eltern-ABC-Kurse beruht auf vier Standbeinen: Der Entwicklungspsychologie, der Familiensystemtheorie, der Bindungstheorie und der Erziehungsstilforschung. Hier finden Sie eine Kurzfassung, das komplette Konzept können Sie als pdf downloaden.Kleiner Spatz

Entwicklungspsychologie
Die Entwicklungspsychologie erforscht Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entwicklung bei Kindern. Sie zeigt fördernde Bedingungen für gute Entwicklungsverläufe und untersucht ungünstige Entwicklungen, um Ansatzpunkte für Förderung und Therapie zu geben.

Familiensystemtheorie
Ein Familiensystem ist eine besondere Gruppe von Personen, zwischen denen Beziehungen bestehen. Familien werden als offene, sich entwickelnde, zielorientierte und sich selbst regulierende Systeme betrachtet; dabei ist das Mikrosystem Familie (Familie und einzelne Mitglieder) eingebettet in übergreifende Systeme wie das Mesosystem (z. B. Freundschaftsbeziehungen), das Exosystem (z. B. Schulsystem, Arbeitswelt) und das Makrosystem (z. B. rechtliche und wirtschaftliche gesellschaftliche Orientierungen), die die Familie als Ganzes und die einzelnen Familienmitglieder beeinflussen.
Eine gut funktionierende Familie ist dadurch gekennzeichnet ist, dass die Familienmitglieder untereinander ein hohes Maß an emotionaler Verbundenheit verspüren und klar miteinander kommunizieren. Wichtig sind außerdem klare Hierarchiegrenzen zwischen den Erwachsenen und den KindSonnenscheinern.

Bindungstheorie
Die Bindungstheorie beschreibt das Bedürfnis des Menschen, eine enge und von intensiven Gefühlen geprägte Beziehung zu bedeutsamen Bezugspersonen  aufzubauen. Ihr Gegenstand ist der Aufbau und die Veränderung enger Beziehungen im Laufe des Lebens. Sichere und verlässliche Beziehungen schaffen eine sichere Bindung und sind die besten Schutzfaktoren für das Kind. Forschungsergebnisse belegen, dass Eltern, die angemessen und feinfühlig auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen, angemessene Forderungen an das Kind stellen und eine anregende Umgebung bieten, dem Kind optimale Entwicklungsbedingungen bieten. Nur ein Kind, das sich geborgen fühlt, hat Energie, die Welt zu erkunden. Kinder, die sich nicht sicher fühlen setzen alle Energien daran, Aufmerksamkeit und Beziehung herzustellen und haben nicht so viel Kraft übrig, sich neugierig ihrer Umwelt zuzuwenden, was sich negativ auf ihre Entwicklungsmöglichkeiten auswirkt. Sicher gebundene Kinder entwickeln sich selbstbewusst, wissbegierig und gesund. Sie sind in der Lage, gute Beziehungen zu anderen Kindern und später auch zu eigenen Lebenspartnern und Kindern aufzubauen.

Erziehungsstilforschung
In Studien hat sich gezeigt, dass Eltern, die ihre Kinder nach dem so genannten „autoritativen“ Erziehungsstil erziehen am häufigsten Kinder haben, die sich selbstständig und kompetent entwickeln. Das Konzept „Freiheit in Grenzen“ greift diesen Erziehungsstil auf und beruht auf drei Eckpfeilern der Erziehung: erstens, den Kindern Wurzeln zu geben durch Liebe, emotionale Wärme, elterliche Wertschätzung und Respekt. Zweitens, ihnen Flügel zu geben durch die Gewährung von Eigenständigkeit und drittens, ihnen Orientierung zu bieten durch Fordern und angemessen hohe Erwartungen sowie das konsequente Setzen von klar definierten Grenzen.